Gescheckte Widder (z. B.
Grau-Weiß: ABCDGK/ABDGk) haben in Deutschland eine sehr lange Tradition. Sie gehören bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu den am meisten gezüchteten Farbenschlägen und wurden in Grau-, Gelb- und
Schwarz-Weiß allenthalben angeboten. Während die gescheckten Englischen Widder immer im Vorteil eines eindeutigen Zuchtzieles der Zeichnung lebten, wusste man bei den gescheckten Deutschen Widdern
lange Zeit nicht so recht, wohin.
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Zur Wende des 20. Jahrhundert
wurden sie Joppichs Ausführungen zufolge (GuK, Ausgabe D, 1965) in der Mantel- Zeichnung gezüchtet. Später gab es mit dem Auftreten der klassischen Schecken mehr und mehr Irritationen. Entsprechend
gab Bungartz um 1920 hierzu folgende Einschätzung:" Die einfarbigen Tiere sind leichter zu züchten und für die Fellgewinnung geeigneter als die gescheckten, da bei diesen die Flecken auf bestimmte
teile begrenzt sind, wie Ohren. Schnauze, Augenumrandung und hintere Körperpartie, ohne aber die schöne korrekte zeichnungs- figur englischer und deutscher
Riesenschecken zu erreichen." Man hatte sich also geistig mehr und
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mehr dem Ideal der
klassischen Schecken genähert. Zulässig war aber auch die die Mantelzeichnung. Schwere Zeichnungsfehler, wie z. B. ein weiß
unterbrochener Schmetterling, wurden toleriert. Es war eine Zucht ohne Anreize, ohne Orientierung. Das führte beinahe zu einem Totaleinbruch in der Zucht
gescheckter Deutscher Widder und nur ganz wenige Züchter befassten sich mit ihnen. 1960 inserierte z. B. der Züchter Kurt Bauer aus Eilenburg in "der Kleintierzüchter" und pries einige Deutsche
Widder, gescheckt, mit schönem Schmetterling und Aalstrich an. Mit Erscheinen des Deutschen Einheitsstandard 1961 schloss man sich jedoch dem internationalen Zuchtziel
der
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Mantelzeichnung an, und auch die
Begrenzung auf nur drei Artenschläge, nämlich Grau-, Schwarz- und Blau-Weiß wurden zum Wohle der Rasse aufgehoben. Schweizerische Importtiere führten dann in Deutschland zum
endgültigen Durchbruch in der Mantelzeichnung und bereits zu Beginn der F 70er - Jahre des letzten Jahrhunderts erreichten die Schecken einen ersten Höchststand. Inzwischen werden sie
eigentlich in allen oben genannten Farben gezüchtet, wobei die Grau-, Thüringerfarbig- und Schwarz-weiß dominieren. Aber auch in Blau-, geld- und Rot-Weiß sind sie vereinzelt, aber doch regelmäßig zu
sehen und der braun-weiße (havannafarbig-weiße) deutsche Widder gab vor einigen Jahren sein Debüt. Fehfarbig-weiße wurden bereits angekündigt.
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Die Zucht der gescheckten Widder
bereitet heute kaum mehr Probleme als die der grauen und Weißen. Ich habe sie als ausgesprochen frohwüchsig und leistungsfähig kennen gelernt und die Häsinnen, deren gewicht in der Regel zwischen 6,5
und 7,5 Kg lag, zogen mühelos auch größerer Würfe mir 10 und mehr Jungtieren auf. Typseitig haben die Schecken das Niveau der Grauen längst erreicht.
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Wenn es Probleme mit der Rasse gibt, dann sind es immer wieder solche mit dem Standard, wo es in den letzten Jahren unverständliche Turbulenzen gab. Auch heute ist längst nicht
alles "rund". Einiges orientiert sich leider nicht am längst erreichten Zuchtstand, anderseits wurden schweren Fehlern jetzt endlich leichte Fehler vorangestellt, die eine Abstufung vom ideal
erlauben. Darüber wurde jedoch bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet.
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